Blauschwarze Holzbiene

Die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) ist unsere größte einheimische Solitärbiene (ca. 2-2,5cm). Solitär bedeutet: Im Gegensatz zu Hummeln oder Honigbienen lebt sie nicht in einem Insektenstaat. Vielmehr bauen die Weibchen jeweils eigene Nester für ihre Nachkommen. Die Holzbiene sucht sich dafür mürbes Totholz, in das sie mit ihren Mundwerkzeugen Gänge nagt. Diese unterteilt sie in Brutzellen und bestückt sie jeweils mit Nahrung und einem Ei.

 

Die Holzbiene findet man an sonnenexponierten Stellen mit viel Totholz wie zum Beispiel in alten Parkanlagen, naturnahen Gärten und Streuobstwiesen. Da derartige Lebensräume immer seltener werden, steht die Holzbiene in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten.

 

Insgesamt ist der Bestand an Wildbienen und anderen Insekten in den letzten Jahrzehnten massiv eingebrochen. Wie Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen ergaben, hat dort an manchen Stellen die Menge der Fluginsekten in den letzten 25 Jahren um bis zu 80% abgenommen. „Wenn dieser Trend sich fortsetzt“, so Experten, „sterben sie in weniger als zehn Jahren aus“ (Pressemitteilung der Universität Hohenheim vom 28.10.2016.). In China gibt es bereits ganze Landstriche ohne bestäubende Insekten. Lassen wir es nicht so weit kommen!

 

Auch Honigbienen, falls sie überleben sollten, könnten den Ausfall von wildlebenden Insekten nicht kompensieren. Hummeln beispielsweise fliegen noch bei kühler und nasser Witterung, wenn Bienen im Stock bleiben. Manche Pflanzen stehen auch in sehr enger Beziehung zu bestimmten wildlebenden Bienen oder Wespen. So beispielsweise einige Orchideen oder der Gilbweiderich, der Öl anstelle von Nektar anbietet. Andere Arten wiederum können aufgrund ihres Blütenaufbaus nur von Schmetterlingen bestäubt werden.

 

Viele Menschen stehen dem Verlust der natürlichen Artenvielfalt  gleichgültig gegenüber. Aber auch der wirtschaftliche Schaden für Landwirtschaft und  Nahrungsmittelproduktion wäre enorm, wenn die wildlebenden bestäubenden Insekten weitgehend aussterben würden. Das überzeugt hoffentlich auch diejenigen, die nur in ökonomischen Kategorien denken.  

 

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