Weihnachtsbrief 2020

 

Liebe Mitglieder des NABU Korntal-Münchingen,

 

 

 

am Ende dieses Jahres wenden wir uns mit einem Weihnachtsbrief an Sie, der das Programmheft für 2021 ersetzen wird. Sicherlich wird Ihnen nicht entgangen sein, dass wir alle Angebote im Programmheft des letzten Jahres wegen der Corona-Pandemie und der daraus entstehenden Einschränkungen absagen mussten.

 

Daher haben wir uns entschlossen, dieses Jahr keinen Programm-Flyer drucken zu lassen, sondern Sie spontan zu informieren, sobald es möglich ist, etwas gemeinsam zu unternehmen.

 

Es gibt ja jetzt eine ganze Menge schöner Unternehmungen, die für das letzte Jahr geplant waren, nachzuholen, und wir hoffen, Ihnen bald wieder kundig geführte Spaziergänge in Korntal-Münchingen und in der Umgebung anbieten zu können. Leider ist die Situation aktuell noch nicht abschätzbar und so bleibt uns nichts übrig, als erst einmal abzuwarten, denn die Gesundheit aller geht vor.

 

Schauen Sie doch ab und zu im Internet auf unsere Website oder im Amtsblatt auf die Ankündigungen in der Rubrik ‚Umweltvereine’. Dort können Sie zu gegebener Zeit unsere neuen Termine mit einem Vorlauf von ungefähr zwei Wochen finden. Auch die Einladung zur Vollversammlung wird dort erscheinen. Wir haben die Hoffnung, dass sie im ersten Viertel des Jahres 2021 stattfinden kann.

 

Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns natürlich auch gerne telefonisch oder per E-Mail kontaktieren.

 

Wir bitten Sie um Verständnis und danken Ihnen dafür.

 

Wir danken Ihnen auch, dass Sie uns und damit der Natur in Korntal-Münchingen den Rücken stärken. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass sie im Schatten der neuen schweren Probleme nicht völlig vergessen wird.

 

Zu guter letzt wünschen wir Ihnen allen ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest, einen Spaziergang im stimmungsvoll verschneiten Wald, einen weiten Blick über Wiesen und Felder unseres hügeligen Landes oder lassen Sie sich verzaubern von geheimnisvoll glitzernden Regentropfen auf zarten Zweigen oder dem wehmütigen Gesang eine Rotkehlchens. Und natürlich hoffen wir auf einen guten Beginn für das Jahr 2021 – vielleicht sogar ohne Feuerwerk!

 

 

 

Wir zählen auf Sie, bleiben Sie gesund!

 

Der Vorstand der NABU-Gruppe

 

Korntal-Münchingen

 

 

 

Zum Schluss noch ein schöner und durchaus philosophischer Gedankengang :

 

 

 

Ein Samenkorn lag auf dem Rücken,

Die Amsel wollte es zerpflücken,

Aus Mitleid hat sie es verschont

Und wurde dafür reich belohnt.

Das Korn, das auf der Erde lag,

Das wuchs und wuchs von Tag zu Tag.

 

Jetzt ist es schon ein hoher Baum

Und trägt ein Nest aus weichem Flaum

Die Amsel hat das Nest erbaut;

Dort sitzt sie nun und zwitschert laut.

 

Joachim Ringelnatz

 

 

Rebhuhn-Monitoring 2020

Für alle 11 Transsekten konnten wir auch in diesem Jahr wieder Teams bilden - auch dank mehrerer neuer Teilnehmer. Mit neuen Geräten und enger liegenden Rufpunkten hoffen wir, auch bisher zurückhaltende Hähne zum Antworten zu bewegen. Auf der Basis unserer Beobachtungen gibt es mindestens 11 oder 12 Reviere. Das sind 2 mehr als im letzten Jahr, was aber auch darauf zurück zu führen ist, dass auf den beiden neuen Transsekten je ein Revier ermittelt werden konnte.
Ob es in den Gewannen, wo im Sommer Rebhühner beobachtet werden, wo dagegen wir keine balzenden Hähne feststellen konnten, eine „Dunkelziffer“ gibt, können wir nur hoffen. Vielleicht gelingt es uns künftig in Zusammenarbeit mit einzelnen Landwirten, ergänzend zu unseren Balzkartierungen auch die Sommerbeobachtungen systematischer und vollständiger zu erfassen. .
Insgesamt können wir glücklicherweise in den letzten 3 bis 4 Jahren von einer in etwa stabilen Anzahl von Rebhühnern auf der Gemarkung Korntal-Münchingen ausgehen. Darüber hinaus erwarten wir, dass durch eine verbesserte Förderung von Blühbrachen – teils im Zusammenhang mit der geplanten Biotopvernetzung – zusätzlich attraktive Lebensräume für Rebhühner geschaffen werden.

Wer kann bei der Feldarbeit oder beim Spaziergang Rebhühner entdecken?

Wo haben Sie Rebhühner entdeckt?

Bitte per Email melden an

rebhuhn@nabu-kontal-muenchingen:

  • Datum, Uhrzeit
  • Gewann (siehe Flurkarten)
  • Zahl der Tiere (geschätzt)
  • Name und Telefonnummer

Flurkarten-Ausschnitte für Gewann-Namen

Die Zeckensaison hat begonnen: Vorsichtsmaßnahmen

Nachdem es bei der Freizeit der Kindergruppe "Waldmäuse" eine Borreliose-Infektion gegeben hat, hat Julia Ohl-Schacherer die folgenden wichtigen Punkte zusammengestellt, die nicht nur für Kinder und ihre Eltern wichtig sind, sondern für alle, die sich gerne in der Natur aufhalten.

Dass die FSME-Impfung sehr wichtig ist, braucht hier nicht nochmals betont zu werden. Gegen Borreliose, deren Keime leider mehr und mehr Zecken in sich tragen, gibt es bisher keine Impfung. Deshalb sollten folgende Grundsätze beachtet werden:

Jetzt zur Beginn der Zeckensaison nochmal ein paar Zeckenvermeidungstipps:

 

  • Lange Hosen tragen
  • Kleidung sollte nach dem Waldbesuch möglichst gleich mit 60 C° gewaschen werden, da Zecken sonst auch später noch zustechen können oder sich einen anderen Wirt suchen.
  • Was Zeckenschutzmittel anbelangt, können wir noch keine sicheren Tipps geben, in der Versuchsphase haben einige Eltern derzeit Schwarzkümmelöl, das kann man sowohl äußerlich als auch innerlich anwenden. Wenn jemand weitere erfolgversprechende Mittel kennt, bitte gerne zurückmelden. Unter den konventionellen Zeckenmitteln ist wohl Anti Brumm zu empfehlen. Weitere Infos auch in folgendem Artikel: https://www.test.de/medikamente/selbstmedikation/haut/insektenstiche/insektenstiche/insektenabwehrmittel/
  • Am Wichtigsten ist das abendliche Absuchen der Kinder direkt nach unseren Waldmausnachmittagen --> Schnelles Entfernen der Zecke verhindert das Eindringen der Borrelien (Bakterien). Diese gelangen erst 12-24 Stunden nach dem Einstich vom Darm der Zecke in die Blutbahn des Gestochenen. FSME-Viren dagegen gelangen direkt in die Blutbahn, wir empfehlen daher allen eine Impfung gegen FSME. Diese Krankheit wird zwar seltener übertragen, das Risiko besteht aber inzwischen im gesamten süddeutschen Raum.

 

 Wenn nun aber die Zecke doch erfolgreich zugestochen hat:

 

  • Entfernen der Zecke mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte oder auch Pinzette. Die Zecke sollte möglichst nicht zerdrückt werden, da sonst die Bakterien sofort aus dem Darm in das Blut gelangen können. Aus dem gleichen Grund sollte weder Öl noch Klebstoff verwendet werden. Sollte der Kopf stecken bleiben, ist das Infektionsrisiko deshalb nicht größer. Dieser wird vom Körper mit der Zeit abgestoßen. Eine Zugsalbe kann den Prozess beschleunigen. Die Einstichstelle sollte anschließend desinfiziert werden.
  • Einstich markieren und beobachten: Bei 50 % aller Borrelioseinfektionen tritt nach mehreren Tagen/ wenigen Wochen die sogenannte "Wanderröte" auf. Dann ist ein Besuch beim Arzt erforderlich, der dann für 3 Wochen Antibiotika verschreiben wird.
  • Weitere, aber seltene Krankheitsbilder der Borreliose können sein: dicke Gelenke (Lyme Arthritis), Borrelien-Lymphozytom (Schwellung mit blauroter Färbung) - bei Kindern häufig am Ohrläppchen, Lähmung von Gesichtmuskeln (Neuroborreliose). Auch hier wird eine antibiotische Behandlung erforderlich. Der Kinderarzt im Olgahospital sagt, dass die Borreliose insbesondere bei Kindern, gut behandelbar ist und keine chronischen Erkrankungen zurückbleiben. Weitere Infos über mögliche Krankheitsbilder auf folgender Seite: https://www.aerzteblatt.de/archiv/63176/Lyme-Borreliose-aktueller-Kenntnisstand

 

Wir haben als häufige Waldbesucher den Vorteil, dass wir zwar zu einer Risikogruppe gehören, dafür aber erstens Zecken gewöhnlich rechtzeitig entdecken und zweitens bezüglich der Symptome besonders aufmerksam sind. Laut Kinderarzt im Krankenhaus trifft die Krankheit häufig auch Kinder, die gar nicht wissen, dass sie je eine Zecke hatten - möglicherweise können sogar Mücken die Borrelien übertragen. Offensichtlich besteht hier weiterhin großer Forschungsbedarf.

 

Wir hoffen auf einen möglichst zeckenarmen Sommer

Fledermäuse unterstützen

Nach dem erfreulich großen Interesse an den Informationen über Fledermäuse allgemein und speziell in Korntal-Münchingen, die uns Amélie Epperlein und Julia Ohl-Schacherer beim "NABU offen"-Abend am 11. März 2019 vorgestellt haben, stellen wir hier eine Übersicht mit Pflanzen für einen fledermaus-freundlichen Garten zum Download ins Netz.

Download
FledermausGartentipps.pdf
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Dieses Buch können Sie kaufen

Dieses Buch wurde von ehrenamtlichen Mitgliedern der Ortsgruppen von NABU und BUND zusammengestellt und gemeinsam mit der Umweltstelle der Stadt Korntal-Münchingen herausgegeben. Auf 92 Seiten werden 44 Arten jeweils mit Text und Fotos vorgestellt, häufig zusammen mit ihrem Lebensraum.

Im Mindestpreis von EUR 8,50 sind - wenn die Gesamtausgabe verkauft ist - etwa EUR 2,00 Spende enthalten, die nach der Schlussabrechnung für Naturschutzprojekte am Ort verwendet werden.

 

Bezugsquelle:  Rathaus Korntal - Telefonzentrale